Zum Inhalt springen
RAB Arztbesuche

← Zurück zur Übersicht Read in English →

Bereitschaftsdienst Hamburg: 116 117, Notfallpraxen & Hausbesuch

RAB Arztbesuche bringt den Arzt zu Ihnen, statt Sie ins Wartezimmer: in ganz Hamburg, nach Hause, ins Büro oder ins Hotel, täglich von 6 bis 24 Uhr.

Susanne Reiche

Medizinisch geprüft von Susanne Reiche

Fachärztin für Innere Medizin – Geriatrie – Palliativmedizin – Privatärztin

Zuletzt aktualisiert am · veröffentlicht am

Der kassenärztliche Bereitschaftsdienst Hamburg ist die von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg organisierte ambulante Versorgung für gesetzlich Versicherte mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die in ganz Hamburg unter der bundesweit einheitlichen Nummer 116 117 rund um die Uhr erreichbar ist. Dieser Ratgeber bündelt, was in Hamburg außerhalb der Sprechzeiten zur Verfügung steht: wie 116 117 funktioniert, wo die Notfall- und Bereitschaftspraxen liegen, wann sie geöffnet sind, was Sie mitbringen sollten, was vor Ort geleistet wird, mit welchen Wartezeiten zu rechnen ist und wann ein privatärztlicher Hausbesuch die sinnvollere Wahl ist.

Kassenärztlicher Notdienst (116 117): Träger, Zuständigkeit, Abgrenzung

Der kassenärztliche Notdienst, offiziell der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, ist bundesweit unter 116 117 erreichbar und für gesetzlich Versicherte kostenfrei. RAB Arztbesuche ist nicht der KV-Notdienst, sondern ein privatärztlicher Hausbesuchsdienst nach GOÄ, der als wartezeitfreie Alternative täglich von 6 bis 24 Uhr arbeitet.

Der kassenärztliche Bereitschaftsdienst übernimmt außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten die ambulante ärztliche Versorgung gesetzlich Versicherter, wenn die normalen Praxen geschlossen sind. Organisation und Sicherstellung liegen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder, in Hamburg bei der KV Hamburg. Der Dienst ist deutlich von der Notfallmedizin mit Rettungsdienst und Notarzt abzugrenzen: Diese ist über die Notrufnummer 112 erreichbar und für lebensbedrohliche Zustände wie Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Atemnot oder nicht stillbare Blutungen vorgesehen. Der Anruf bei 116 117 ist für Anrufer kostenfrei, die Leitstelle ist 24 Stunden am Tag besetzt.

Wann 116 117 zuständig ist, und wann 112

Die 112 ist immer dann die richtige Wahl, wenn ein Zustand möglicherweise lebensbedrohlich ist, sich akut und bedrohlich verschlechtert oder eine schwere Verletzung vorliegt. Die 116 117 kommt zum Einsatz, wenn eine Erkrankung zwar akut behandlungsbedürftig, aber nicht lebensbedrohlich ist und üblicherweise beim Haus- oder Facharzt behandelt würde, dessen Praxis aber gerade geschlossen ist. Dazu zählen fieberhafte Infekte, unkomplizierte Magen-Darm-Beschwerden, akute Harnwegsinfekte, Ohrenschmerzen, nicht bedrohliche Schmerzen oder die Verlängerung eines dringend benötigten Rezepts. Bei lebensbedrohlichen Zuständen ist weder die Bereitschaftspraxis noch ein privatärztlicher Dienst zuständig. Dann zählt ausschließlich der Rettungsdienst unter 112.

Wie ein Anruf bei 116 117 abläuft

Nach dem Anruf wird die Dringlichkeit in einer telefonischen medizinischen Ersteinschätzung erfasst. Je nach Lage des Falls kann eine telefonische ärztliche Beratung erfolgen, die Vermittlung an eine Bereitschaftspraxis angeboten oder ein Hausbesuch organisiert werden; bei Hinweisen auf eine vital bedrohliche Situation wird der Rettungsdienst aktiviert. Wichtig ist, dass die Einordnung über den Telefondienst erfolgt und nicht durch die anrufende Person selbst, eine ehrliche Schilderung der Beschwerden hilft, die passende Versorgungsform zu finden. Ein kassenärztlicher Hausbesuch wird dabei nur veranlasst, wenn die Patientin oder der Patient nachweislich nicht transportfähig ist; wer die Praxis aufsuchen kann, wird in der Regel dorthin verwiesen.

Was eine Bereitschaftspraxis ist

Eine Bereitschaftspraxis (auch Notfallpraxis, Notdienstpraxis oder Anlaufpraxis genannt) ist eine Arztpraxis, die abends, am Wochenende und an Feiertagen geöffnet ist, um akute Patienten ohne Termin ambulant zu versorgen. In Hamburg sind diese von der KV Hamburg koordinierten Praxen meist auf dem Gelände größerer Krankenhäuser untergebracht, arbeiten aber unabhängig von der Notaufnahme. Sie sind wie normale Praxen mit Behandlungsräumen, Wartezimmer, Anmeldung und allgemeinärztlichem Gerät ausgestattet. Sie sollen Patienten abfangen, die sonst die Klinik aufsuchen würden, obwohl die Behandlung ambulant möglich ist, bei einem Nicht-Notfall ist man dort meist besser aufgehoben als stundenlang zwischen schweren Fällen in einer überfüllten Notaufnahme.

Wo die Notfallpraxen in Hamburg liegen

In Hamburg betreibt die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg mehrere Notfallpraxen für Erwachsene, die überwiegend auf dem Gelände großer Kliniken untergebracht und über das Stadtgebiet verteilt sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Eppendorf (Hamburg-Nord): Notfallpraxis am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
  • Altona: Notfallpraxis an der Asklepios Klinik Altona
  • Wandsbek: Notfallpraxis an der Asklepios Klinik Wandsbek
  • Harburg: Notfallpraxis an der Asklepios Klinik Harburg
  • Farmsen (Bezirk Wandsbek): Notfallpraxis Farmsen

Für Kinder und Jugendliche bestehen eigene kinderärztliche Anlaufstellen, etwa am AK Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Rahlstedt (Bezirk Wandsbek), am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Altona sowie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in Eppendorf. Standorte und Öffnungszeiten können sich ändern; die tagesaktuelle Liste der geöffneten Praxen veröffentlicht die KV Hamburg über die 116 117 beziehungsweise auf 116117.de.

Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxen

Die Bereitschaftspraxen sind nicht rund um die Uhr geöffnet, sondern gezielt in den sprechstundenfreien Zeiten besetzt. An Werktagen öffnen sie in der Regel ab dem frühen Abend, mittwochs und freitags bereits ab dem frühen Nachmittag, wenn viele reguläre Praxen schließen. Am Samstag, Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen sind sie ganztägig geöffnet, typischerweise von etwa 9 Uhr morgens bis 20 oder 21 Uhr abends. In den Nachtstunden zwischen Mitternacht und 8 Uhr ist kein Praxisbetrieb vorgesehen; in diesem Zeitraum bleibt die 116 117 erreichbar und kann bei medizinischer Notwendigkeit einen Hausbesuch veranlassen oder im Notfall an eine Klinik verweisen.

Ohne Termin: Ablauf und was Sie mitbringen sollten

Die Bereitschaftspraxis nutzt man ohne Voranmeldung: Sie erscheinen während der Öffnungszeit, melden sich an der Anmeldung an und zeigen Ihre Krankenversichertenkarte vor. Sinnvoll mitzubringen sind außerdem eine Liste der eingenommenen Medikamente sowie gegebenenfalls vorliegende Befunde. Anschließend warten Sie, bis Sie aufgerufen werden; verschlechtert sich Ihr Zustand beim Warten, teilen Sie dies dem Personal mit, das dringende Fälle vorzieht. Für gesetzlich Versicherte entstehen keine zusätzlichen Behandlungskosten, die Abrechnung läuft über die Krankenversicherung, lediglich die bekannten Eigenanteile, etwa für Medikamente, bleiben bestehen. Wer ein krankes Kind begleitet, sollte für die Wartezeit Beschäftigung sowie etwas zu trinken einplanen.

Was in der Bereitschaftspraxis geleistet wird

Die Ärzte können dort dieselben allgemeinärztlichen Untersuchungen und Behandlungen durchführen wie eine reguläre Praxis. Dazu gehören Abhören, Racheninspektion, Blutdruck- und Blutzuckermessung, kleine Labortests wie den Urin-Schnelltest, Wundversorgung, EKG sowie Injektionen. Bei Bedarf werden Medikamente direkt vor Ort gegeben, etwa Fieberzäpfchen für Kinder oder inhalative Mittel. Ausgestellt werden können Rezepte, Überweisungen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung; ergibt die Untersuchung eine weiterführende Behandlungsnotwendigkeit, erfolgt mit einem Arztbrief die Einweisung ins Krankenhaus. Die Praxen sind für Akutfälle gedacht, Routineuntersuchungen, Check-ups, Impfungen oder Dauerrezepte gehören in die Hausarztpraxis.

Typische Wartezeiten

Die Wartezeiten hängen stark vom Zeitpunkt ab: Freitagabende, Samstage, Sonntage und Feiertage sind die nachfragestärksten Zeiträume, besonders in den Wintermonaten mit gehäuften Atemwegserkrankungen und fieberhaften Infekten. In diesen Phasen sind Wartezeiten von mehreren Stunden in den Bereitschaftspraxen keine Ausnahme. Bei Hausbesuchen des kassenärztlichen Dienstes erfolgt die Einsatzplanung nach medizinischer Dringlichkeit, sodass weniger dringliche Fälle in Randzeiten über Stunden warten können. Diese Realität ist keine Kritik am System, sondern Folge einer Versorgungsstruktur, in der vergleichsweise wenige Ärzte viele Patienten in kurzer Zeit versorgen müssen.

Was der privatärztliche Hausbesuch in Hamburg kostet, schlüsselt transparent die Kosten-Seite auf.

Wenn Wartezeit nicht möglich ist, der privatärztliche Hausbesuch

In Situationen, in denen eine mehrstündige Wartezeit mit den Beschwerden nicht vereinbar ist, ein erkrankter Mensch nicht gut transportfähig ist oder eine planbare Versorgung zu Hause gewünscht wird, ist ein privatärztlicher Bereitschaftsdienst die strukturell überlegene Option. Er arbeitet unabhängig vom kassenärztlichen System ausschließlich per Hausbesuch, ohne Warteraum, ohne Anfahrt und ohne das Infektionsrisiko eines vollen Wartezimmers. Die übliche Ankunftszeit liegt bei 60 bis 90 Minuten; die Untersuchung erfolgt in der gewohnten Umgebung, und Rezepte sowie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung werden bei entsprechender Indikation direkt vor Ort ausgestellt. Besonders häufig gewählt wird diese Option bei akuten Beschwerden am Wochenende, bei akut erkrankten Kindern oder bei Bedarf einer englischsprachigen Versorgung.

Kosten: gesetzlich versus privat

Für gesetzlich Versicherte fallen bei der Inanspruchnahme des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Regel keine direkten Kosten an; üblich bleiben die bekannten Eigenanteile, etwa für Medikamente. Bei einem privatärztlichen Hausbesuch erfolgt die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); die Höhe richtet sich nach Tageszeit, Untersuchungsumfang und erbrachten Einzelleistungen. Privat Versicherte erhalten die Kosten je nach individuellem Tarif in der Regel erstattet, Beihilfeberechtigte reichen die Rechnung bei ihrem Kostenträger ein, und Selbstzahler sowie gesetzlich Versicherte mit Zusatzversicherung tragen beziehungsweise erstatten die Kosten direkt.

Checkliste für den Anruf bei 116 117

Ein vorbereiteter Anruf verkürzt die telefonische Ersteinschätzung und führt schneller zur passenden Versorgung. Halten Sie bereit:

  • Die Krankenversichertenkarte der erkrankten Person, die Leitstelle fragt nach Name, Geburtsdatum und Kasse.
  • Die Beschwerden mit Beginn und Verlauf: seit wann, gemessene Temperatur, was bisher unternommen wurde.
  • Vorerkrankungen und die aktuelle Medikamentenliste, auch rezeptfreie Präparate.
  • Die vollständige Adresse mit Etage, Klingelbeschriftung und gegebenenfalls Besonderheiten des Zugangs.
  • Eine Rückrufnummer, unter der Sie durchgehend erreichbar sind, die Leitstelle oder der fahrende Dienst melden sich oft telefonisch an.

Häufige Fragen zum Bereitschaftsdienst Hamburg

Kostet der Anruf bei 116 117 etwas?

Nein, der Anruf bei 116 117 ist für Anrufer kostenfrei und die Leitstelle rund um die Uhr besetzt. Für gesetzlich Versicherte entstehen bei Leistungen des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Regel keine zusätzlichen Behandlungskosten; üblich bleiben lediglich die bekannten Eigenanteile, etwa für Medikamente.

Brauche ich für die Bereitschaftspraxis einen Termin?

Nein, die Bereitschaftspraxis wird ohne Voranmeldung aufgesucht. Sie erscheinen zur Öffnungszeit und weisen sich mit der Krankenversichertenkarte aus; eine Liste der Medikamente und vorhandene Befunde sind sinnvoll. Eine vorherige telefonische Einordnung über 116 117 hilft, die passende und geöffnete Praxis zu finden.

Was ist der Unterschied zwischen 112 und 116 117?

Die 112 ist der Notruf für lebensbedrohliche Notfälle mit Rettungsdienst und Notarzt. Die 116 117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der regulären Sprechzeiten und kann an eine Bereitschaftspraxis oder einen Hausbesuch vermitteln.

Bekomme ich über 116 117 einen Hausbesuch?

Hausbesuche des kassenärztlichen Dienstes sind möglich, werden aber nach Dringlichkeit priorisiert und in der Regel nur bei nachgewiesener fehlender Transportfähigkeit durchgeführt; bei hoher Nachfrage kann sich die Ankunft verzögern. Wer eine planbare, kurze Ankunftszeit benötigt, kann alternativ einen privatärztlichen Hausbesuch in Anspruch nehmen, üblich innerhalb von 60 bis 90 Minuten.

Kann ich als Privatpatient 116 117 anrufen?

Ja, die 116 117 steht grundsätzlich allen offen. Privat Versicherte und Selbstzahler haben zusätzlich Zugang zu einem privatärztlichen Bereitschaftsdienst, der sich besonders dann anbietet, wenn eine kurze und planbare Ankunftszeit per Hausbesuch im Vordergrund steht.

Was bringe ich mit, wenn ich mit einem kranken Kind komme?

Neben der Krankenversichertenkarte des Kindes und einer Übersicht der Medikamente empfiehlt sich für die Wartezeit etwas Beschäftigung sowie etwas zu trinken. Hamburg verfügt über eigene kinderärztliche Anlaufstellen, etwa am AK Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Ist der kassenärztliche Notdienst kostenlos?

Ja, für gesetzlich Versicherte rechnet der kassenärztliche Notdienst (116 117) direkt mit der Krankenkasse ab; auch der Anruf ist kostenfrei. Privatversicherte reichen die Rechnung bei ihrer PKV ein. Der privatärztliche Hausbesuch von RAB ist dagegen eine Selbstzahler- bzw. PKV-Leistung nach GOÄ, meist 150–300 €.

Wo ist die nächste KV-Notdienstpraxis in Hamburg?

Die 116 117 nennt Ihnen telefonisch die nächstgelegene der Hamburger KV-Notfallpraxen samt aktueller Öffnungszeiten; die Standorte liegen überwiegend an Kliniken, verteilt über das ganze Stadtgebiet. Wer Anfahrt und Wartezimmer vermeiden will, bestellt alternativ einen Privatarzt nach Hause, der in 60–90 Minuten kommt.

Sachlicher Hinweis zur Inanspruchnahme

Für eine privatärztliche Einschätzung mit Hausbesuch in Hamburg ist RAB Arztbesuche täglich von 6 bis 24 Uhr unter 040 524 729 688 erreichbar. Die übliche Ankunftszeit beträgt 60 bis 90 Minuten; Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen werden bei entsprechender Indikation vor Ort ausgestellt. Die Online-Terminvereinbarung finden Sie unter Online buchen. Bei Anzeichen einer akuten Lebensgefahr ist weiterhin ausschließlich der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 der richtige Ansprechpartner.

Arzt heute in 60–90 Min bei Ihnen 5,0 (29)

Anrufen Online buchen